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Sehenswürdigkeiten Antonio Muraro

1. Die Untere Burg

Marostica kam unter die Herrschaft der Skaliger als Folge der Eroberung Vicenzas durch Cangrande della Scala im Jahr 1311. Die Skaliger-Herrschaft dauert fast das ganze 14. Jahrhundert und endet 1387. Grenzvorposten der Skaliger im Kampf gegen die Paduaner, wurde Marostica in den Paduaner-Skaliger Krieg (1312–1314) verwickelt, in dessen Verlauf der Flecken Marostica, der sich östlich der heutigen, ummauerten Stadt um die Pfarrkirche Santa Maria entwickelt hatte, von den Paduanern angegriffen und geplündert wurde (doch die feste Burg auf dem Pauso-Hügel widerstand). In der Folgezeit, im Jahr 1338, fiel Marostica, wenn auch nur für ein paar Monate, unter die Herrschaft des Sicco da Caldonazzo, dann kehrte es wieder fest in die Hände der Skaliger zurück. Diese Ereignisse trieben sicher die Skaliger dazu, die Stadtbefestigungen neu zu überdenken, und im Laufe des 14. Jahrhunderts gaben sie ihnen Festungscharakter mit dem Bau der ummauerten Stadt mit den zwei Burgen, der Oberen und der Unteren. Die Untere Burg zeigt sich in ihrer geräumigen Struktur als zinnenbewehrte, viereckige Ringmauer mit einem hohen Wehrturm. Sie wurde zum Großteil unter Verwendung von örtlichem Sand- und Kalkstein und wenig Ziegelsteinen (sehr teurem Material) gebaut. Es gab zwei Zugbrücken über den Graben, nördlich und südlich an der entsprechenden Fassade. Über dem südlichen Eingang gab es einen neuerdings wieder hergestellten Wehrerker. Von besonderem Interesse sind die beiden inneren Bogengänge, der im Erdgeschoss von kräftigen Ziegelpfeilern getragene und der im Obergeschoss. In diesem Fall verwandelte sich die Untere Burg immer mehr von einer Trutzburg in einen Verwaltungssitz, wo in venezianischer Zeit der Podestà und der Rettore ihres Amtes walteten, indem sie die Zivilgerichtsbarkeit ausübten und über die „Gute Regierung“ der Gemeinschaft Aufsicht führten. In der Unteren Burg versammelte sich der Rat der Dreißig, der Gemeinderat der venezianischen Zeit. Sie beherbergte außerdem das Gefängnis von der venezianischen Epoche bis zu den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts.

2. Piazza Castello (Burgplatz)

Großer offener Raum, begrenzt im Süden von der unteren Burg, im Norden vom Palazzo del Doglione und auf den Seiten von Palazzi und langen Bogengängen. Alles zusammen bildet einen herrlichen Rahmen für die berühmte Schachpartie mit lebenden Figuren, die in der zweiten Septemberwoche der geraden Jahre gespielt wird. Noch einfacher, nicht gepflasterter Platz mit „dem im Geviert ordentlich mit Steinplatten ausgelegten Gehweg“ in venezianischer Zeit (1404 – 1797), zeigt er sich heute als großer, leicht überhöhter Raum aus Stein mit dem großen Schachbrett in der Mitte, südlich von dem man auf dem Boden das Wappen der Skaliger aus Marmorintarsien bewundern kann. Pochendes Herz des Gemeinschafts- und Wirtschaftslebens, belebt vom Dienstagmarkt, enthält der Platz Zeugnisse, die symbolisch auf die Zugehörigkeit Marosticas zu Venedig deuten (1404 – 1797): nord-östlich die Säule zum Gedenken daran, dass die Leute von Marostica während des Krieges der Liga von Cambrai (1508 – 1510) Venedig die Treue gehalten hatten. Auf der Spitze der Säule thront der Löwe von S. Marco. Im Westen eine andere Säule mit einer Fahnenstange, die in der Vergangenheit das Banner der Serenissima trug und an der heute die italienische Fahne flattert. Zwei Löwen in Flachrelief, einer in die Nordfassade der Unteren Burg eingelassen und ein anderer in der Fassade des Palazzo del Doglione, blicken auf den Platz. Abgerissen wurde hingegen der Brunnen aus dem 15. Jahrhundert, ehemals im nördlichen Teil des Platzes gelegen. Bemerkenswert ist der Ziehbrunnen aus weißem Stein.

3. Palazzo del Doglione

Zur venezianischen Zeit als Cancelleria, oder Rocca di Mezzobekannt, ist dieser große Palazzo aus dem 19. Jahrhundert Palazzo della Loggia oder Doglionegenannt. Er ist heute das Ergebnis eines Wiederaufbaus aus den Jahren 1928–1930 nach dem Abriss des ursprünglichen Gebäudes. Er hat rechteckigen Grundriss und einen angebauten Turm mit Zinnen, der durch eine Glockenloggia bereichert ist und geschmückt von einer eigentümlichen Sonnenuhr von wertvoller Ausführung. Unter der venezianischen Herrschaft (1404–1797) beherbergte er Behörden und Einrichtungen von großer Bedeutung für das Gemeindeleben: die Stadt- und Notarkanzlei, das Archiv des Kollegiums der Notare (in venezianischer Zeit beurkundeten in Marostica nicht weniger als 159 Notare), das Waffenarsenal und seit 1676 das Pfandleihhaus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Doglione Sitz des Landwirtschaftlichen Vereins, der Städtischen Feuerwehr, und seit Januar 1893 nahm dort die am 2. Oktober 1892 gegründete Banca Popolare di Marostica ihre Tätigkeit auf. Heute befindet sich in den zwei Stockwerken über der Loggia mit den großen Spitzbögen die Verwaltung und die Direktion der Banca Popolare di Marostica. In dem großen Versammlungssaal im ersten Stock des Doglione kann man Die gute Regierung bewundern, ein großes Werk aus Majolika-Kacheln des Künstlers Gigi Carron.

4. Die Kirche des Hl. Antonius (Antonius Eremit)

Diese Kirche wird seit 1383 erwähnt und ist ein religiöses Bauwerk aus der Zeit der Skaliger-Herrschaft (1311–1387). Erbaut wurde sie an einer Stelle, wo vielleicht ein Hospiz für Pilger stand. Ursprünglich war die Kirche ein anspruchsloser Bau und seit 1440 bezeugen die dokumentarischen Quellen ein kleines anliegendes Franziskanerkloster. Die Mönche blieben dort bis 1656, als das Kloster aufgehoben wurde, weil zu arm und ohne Einkünfte. Im 17. Jahrhundert kamen Kirche und Kloster unter die Leitung der Karmelitenbrüder. Von 1730 bis 1740 wurde die Kirche umgebaut und erweitert, wie die Inschrift auf der Fassade bezeugt, und nahm ihre heutigen Ausmaße an. In der Folgezeit und bis zu ihrer Erhebung zur Pfarrkirche (1930) war sie Filialkirche und hing von der Hauptkirche Santa Maria ab. Der Glockenturm erinnert in seiner Struktur an einen Wehrturm mit einem Glockenstuhl mit spitzbogigen Biforien und einer konischen Spitze von bedeutendem architektonischem Interesse.

5. Die Kirche des Hl. Antonius (Antonius Eremit), Innenraum

Der einschiffige Innenraum beherbergt das wertvollste Kunstwerk der Stadt Marostica: das als Predigt des Hl .Paulus auf dem Areopag in Athen bekannte Hauptaltarbild, ausgeführt 1574 von Jacopo Dal Ponte, genannt „il Bassano“, und seinem Sohn Francesco. Die Altäre, an denen die Kirche reich ist, sind von Antependien geschmückt, die auf das 17. und 18. Jahrhundert zurückgehen. Das Antependium auf der Vorderseite des Altartisches ist reich dekoriert und bezieht sich jeweils auf den Heiligen, dem der Altar geweiht ist; es ist aus Stein und Alabastergips (Scagliola) und bezeugt die Anwesenheit in der Gegend von Handwerksmeistern mit großer Erfahrung und großem Können. Die Fresken mit der Seligkeit des Hl. Antonius in den drei Abteilen der Decke der Kirche sind von der Hand von Giuseppe Graziani (1699 – nach 1770). Der Klosterbruder Felice Cignaroli (1727 – 1796) ist Autor des Altarbildes (1768), das die Kreuzabnahme Christi mit Heiligen darstellt. Zeugnis der Anwesenheit der Franziskaner ist das Bild von Luca Martinelli (1617) mit der Heiligen Dreifaltigkeit und HeiligenAn den Seiten der Dreifaltigkeit kann man die Heiligen Ludwig von Toulouse, Bonaventura, Franziskus und Papst Pius V. bewundern.

6. Die Kirche des Hl. Antonius (Antonius Eremit), Kreuzgang

Es ist der einzige Überrest des ehemaligen Klosters. Eine einfache Struktur, die sich auf zwei Seiten ausdehnt, ist dieser Kreuzgang mit Bogengang, mit einem kleinen inneren Garten, einem einfachen Obstgarten und einigen wenigen Räumen von geringen Ausmaßen, die die Einfachheit und Sparsamkeit des Franziskanerlebens gut bezeugen. Unter den Bogen des Kreuzganges sind einige Skulpturen erhalten, wie St. Rochus und St. Sebastian, aus dem 15. Jahrhundert,St. Bernardino von Siena und St. Joseph, St. Peter und St. Paul, Statuen, die sich einmal im Altarraum der Kirche des Hl. Antonius befanden. Von besonderem geschichtlichem Interesse ist der Grabstein mit der Inschrift, die an das Begräbnis des Cornelio Bianchi und seiner Frau Elisabetta erinnert. Der Stein kommt aus dem heute nicht mehr bestehenden Kirchlein des Hl. Benedikt, das um die Mitte des 16. Jahrhunderts eben von Cornelio Bianchi, einem wohlhabenden venezianischen Arzt erbaut wurde, auf den gleichnamigen Hügeln, die sich nach Bassano hinziehen.

7. Scoletta du Très Saint Sacrement

Sie geht auf das Jahr 1486 zurück und wurde von der Bruderschaft des Hl. Sakraments erbaut. Bei dem einfachen, einschiffigen Gebäude handelt es sich um ein typisches Oratorium, das jetzt für Ausstellungen benutzt wird. Auf der Fassade hatte Jacopo Dal Ponte, genannt „il Bassano“ (1510 ca.-1592) im Jahre 1535 Das Wunder der Eselin von St. Antonius von Padua mit einem Fresko dargestellt. Als Zeugnis des großen Freskos bleibt uns das Lünettenbild über der Eingangstür, wo Der Leidende Christus zwischen zwei Engelndargestellt ist. Auf dem Altar befand sich einmal ein Tafelbild von Bartolomeo Montagna, das die Hl. Jungfrau zwischen Johannes dem Täufer und dem Hl. Antonius, dem Eremiten, zeigte und heute durch ein hölzernes Madonnenbild von wertvoller Ausführung ersetzt ist.

8. Die Carmini-Freitreppe

Sie führt zu der Carmini-Kirche. Es ist die Freitreppe „unserer ländlichen Trinità dei Monti. Es begann in jenem Jahr 1619 das Wechselgespräch zwischen den drei Fassaden: von S. Antonius (1383, die 1730 ihr Aussehen geändert hat), von der Scoletta (1486) und von der Carmini-Kirche (1619): Schöpfung aus drei Jahrhunderten eines einzigen Glaubens für einen Ort des Friedens und der Schönheit, der sich zwischen das Grün der Obstgärten verlängert, das über die Mauern der stillen via Bordalocco und Rialto quillt (Mario Consolaro). Die Treppe wurde im 17. Jahrhundert erbaut, um mit Bezug auf die Carmini-Kirche für Besucher, die durch die Porta Vicenza die Stadt betraten, einen wirksamen Bühneneffekt zu erzielen.

9. Die Kirche der Madonna vom Karmel oder Carmini-Kirche

Erbaut nach dem Willen der Gemeinde von August 1618 bis August 1619, infolge, so scheint es, der Ermahnungen des Paters Giuseppe da Faenza, der 1617 zum Predigen nach Marostica gekommen war. Der Bau wurde durch die Spenden der Gläubigen und die Schenkungen einiger eifriger und tatkräftiger Bürger von Marostica möglich. Er liegt in einer Zone, welche die Leute von Marostica „Le strade alte“ (Die hohen Straßen) nennen, eine Bezeichnung, mit der man eine gegenüber dem Platz, dem Herzen der Stadt, erhöhte Lage hervorheben will. Die Kirche hat eine Barockfassade und ist einschiffig mit rechteckigem Grundriss; die Deckenfresken sind von Giuseppe Graziani (1699–nach 1760). Von erheblichem künstlerischem Interesse sind die Antependien aus Holz und Alabastergips der beiden Altäre rechts und links (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts). Der Glockenturm auf quadratischem Grundriss endet mit einem Glockenstuhl mit vier einbogigen Fenstern auf den Seiten und einer achteckigen Turmspitze.

10. Der Pauso-Hügel

Es ist ein Hügel von großem archäologischem Interesse wegen der dort entdeckten Fundstücke aus römischer Epoche, darunter eine auf das 1. Jh. v.Chr.–1. Jh. n.Chr. datierbare Votivscheibe. Es handelte sich also mit aller Wahrscheinlichkeit auch um eine Kultstätte. Die Lage des Pauso zwischen der Ebene und dem Hügelgürtel steht in Beziehung zum Durchgangs- und Transhumanzweg zu den Bergweiden der Hochebene der Sette Comuni und es handelte sich also seit alters her um einen sicher von Menschen besuchten Ort. Um das Jahr tausend war der Hügel auf seiner Spitze Sitz eines einfachen Verteidigungswerks, einer Befestigung, deren Umfang in den folgenden zwei Jahrhunderten anwuchs und die Gestalt einer mächtigen und robusten Befestigungsanlage bekam, ein wahres castrum mit Ringmauer, Donjon und Turm. Mit anderen Worten, der Pauso besaß eine Festung, die erste Burg von Marostica (noch vor dem Bau der ummauerten Stadt der Skaliger) und spielte eine bedeutende strategische und politische Rolle im Laufe der Kämpfe zwischen Vicenza und den Ezzelini (vom Ende des 12. Jarh. bis zum Tod von Ezzelino III. da Romano im Jahre 1259). Ein Dokument von 1262 bestätigt uns, dass der befestigte Komplex auf dem Pauso aus einer vollständig gemauerten Anlage mit einem Palas und einem Wehrturm bestand. Andere drei Türme beherrschten nach diesem Dokument die Hügel von Marostica: einer immer auf dem Pauso, einer auf dem Pausolino und ein dritter auf dem Berg Agù. Die heute nicht mehr bestehende Befestigung auf dem Pauso schützte die Pfarrei S. Maria (zu Füßen des Hügels) und die Bewohner des darunter liegenden Dorfes, das „älteste“ Marostica also. Die Burg auf dem Pauso widerstand den Angriffen der Paduaner während des ersten Paduaner-Skaliger Krieges, 1312–1314, der dem darunter liegenden Ort so große Zerstörung brachte, gleich nach der Besitzergreifung auch von Marostica durch die Skaliger (1311). Heute erhebt sich auf der Spitze des Hügels an Stelle der alten Befestigung ein Kreuz, dessen Vorhandensein schon zwischen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts dokumentiert ist.

11. Der „Carmini-Pfad“

Er beginnt ganz in der Nähe der Carmini-Kirche und führt, zwischen Gesträuch und Bäumen ansteigend, durch das grüne Herz des Pausolino-Hügels hinauf zur Oberen Burg. Die Arbeit der Wiederinstandsetzung und des Ausbaus (Stein für Stein) dieses Pfades verdankt man dem „Verein für die Mauern von Marostica“ (Compagnia delle Mura di Marostica) und es bedurfte dazu einer jahrelangen intensiven, ausdauernden Tätigkeit (achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts), bis zur Eröffnung am 28. Mai 1989. Der Verein für die Mauern von Marostica begann seine Tätigkeit Ende 1978 und konstituierte sich offiziell als Verein am 14. Januar 1983. Er wirkt tätig für den Ausbau, die Instandhaltung, den Schutz und die Erschließung des architektonischen Komplexes der Mauern und der Skaliger-Burgen von Marostica und bietet außerdem wichtige gemeinnützige Dienstleistungen für die ummauerte Stadt.

12. Die Obere Burg

Auf der Spitze des Pausolino-Hügels erbaut, beherrscht sie, im Wechselspiel mit der Unteren Burg, die ummauerte Stadt. Sie wurde auf einem vorbestehenden Turm errichtet, von dem in Dokumenten aus dem 13. Jahrhundert gesprochen wird, und geht mit aller Wahrscheinlichkeit auf Herrschaft von Cangrande II. (1352-1359) zurück, einem großen Erbauer von Verteidigungswerken der Skaliger. Dieser Bau besaß ursprünglich eine mächtige, heute zum Großteil verfallene Struktur mit vier Ecktürmen und einem hohen Bergfried, von dem uns einige Mauerreste bleiben so wie für einen guten Teil des Mauerwerks auf der Südseite. Das steinerne Wappen mit der Darstellung der „Leiter“ (scala), das auf der Fassade des Ravelins vor dem Haupteingang der eigentlichen Burg mit Blick auf die Ebene eingelassen ist, bezeugt über die Jahrhunderte hinweg die Skaliger als Urheber der Festung. Dank der Restaurierung der Jahre 1934-36 hat die Burg ihren Wehrerker über dem Eingangsravelin wiedererhalten, an der Fassade, die zum Platz schaut.

13. Arpalice Cuman Pertile (1876 – 1958)

Die schaffensfreudige Schriftstellerin und Dichterin Arpalice Cuman Pertile wurde am 12. Mai 1876 in Marostica geboren. 1889 gewann sie den Wettbewerb für ein Stipendium am „Convitto Verona“ (Verona), wo sie an der Lehrerbildungsanstalt studierte und 1894 das Diplom erlangte. Sie setzte ihre Studien an der Pädagogischen Hochschule in Florenz fort, unter der Leitung hervorragender Professoren wie Enrico Nencioni und Severino Ferrari (einem Schüler von Carducci) und promovierte 1898 als erste Frau aus Marostica. Sofort begann sie mit der Lehrtätigkeit in Turin am „Istituto per le figlie dei militari“ (Institut für die Töchter der Soldaten) und ab dem folgenden Jahr in Vicenza als Italienischlehrerin an der „Scuola Normale“. 1904 heiratete sie Cristiano Pertile, Italienischlehrer am Gymnasium Pigafetta in Vicenza, der sie in die kulturelle Umwelt der Stadt einführte, die in jenen Jahren von Persönlichkeiten wie Giacomo Zanella, Antonio Fogazzaro, Paolo Lioy und Fedele Lampertico belebt wurde.
Arpalice Cuman Pertile war eine beliebte und gelobte Vortragsrednerin in Schulen und Volkshochschulen und Autorin von Kinderbüchern. Viele ihrer Bücher waren Schullektüre; die bekanntesten darunter seien zitiert: Fuori dal guscio, Godi e impara, Primi voli, Per le vie del mondo. Sie schrieb auch Gedichte, Theaterstücke und Erzählungen, darunter Per i bimbi d’Italia, Ninetta e Tintirintin, La Divina Commedia narrata ai piccoli d’Italia, La commedia di Pinocchio. Ihre Lehrtätigkeit war immer von den hohen Idealen der Freiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der menschlichen Brüderlichkeit inspiriert. Getreu ihren ethischen Prinzipien stellte sie sich beim Ausbruch des „Großen Krieges“ zusammen mit ihrem Mann auf die Seite der Nicht-Interventionisten. Erste Folge davon war die Verbannung, zuerst nach Novara und dann nach Genua. Nach Vicenza kehrte sie erst 1919 zurück, wo sie, wie auch ihr Mann, die Lehrtätigkeit wieder aufnahm. Doch nur für kurze Zeit. Die von Mussolini gewollte Reform der öffentlichen Verwaltung entzog ihr das Lehramt, und 1929 wurden alle ihre Bücher nach der Einführung der staatlichen Schulbücher aus der Schule entfernt. Unbeliebt beim faschistischen Regime, widmete sie sich der Schriftstellerei und dem Privatunterricht. Sie starb in Marostica, in ihrem Haus im Corso Mazzini, am 30. März 1958. Die Stadt Marostica hat zwei Veranstaltungen nach Arpalice Cuman Pertile benannt: den Premio Nazionale Arpalice Cuman Pertile (jährlich) - Erzählungen, Poesie, Theater für Kinder und Heranwachsende – gestiftet 1987, und Poesia In Canto (alle zwei Jahre). Letztere, 2001 gestiftet, nimmt ein Projekt wieder auf, das Arpalice sehr am Herzen lag: ihre Gedichte als Chorgesang in Musik zu setzen. Drei sehr bekannten Komponisten wird heute die Aufgabe gestellt, einige lobend genannte und/oder siegreich aus den letzten Veranstaltungen des Premio Nazionale hervorgegangene Gedichte in Musik zu setzen, die dann in einem Konzert von einem Chor junger Stimmen ausgeführt werden. Dieselben Gedichte werden von den Klassen für Design der Oberschule Istituto Giuseppe De Fabris in Nove interpretiert: Unter allen wird eines ausgewählt und als Symbol der Veranstaltung in Glas ausgeführt.

14. Das ehemalige Kirchlein S. Marco

Errichtet von der Gemeinde Marostica im Jahre 1450 an der Stelle eines Gebäudes, das in seinem Inneren einen „mangano“ barg (eine Art Wurfmaschine, die bei Belagerungen Steine und Brandmaterial schleudern konnte). Es ist ein Zeichen der Ergebenheit der Gemeinde für die Serenissima Repubblica Venedig. Die schmucklose Fassade der Kirche wird von einem kleinen Glockenturm mit doppelter Ädikula überragt. Das einschiffige Innere mit quadratischer Apsis und Kreuzgewölbe besaß ursprünglich drei Altäre und war von einem heute verschwundenen, von G. B. Verci dem Jacopo dal Ponte, genannt „il Bassano“ (ca. 1510-1592), zugeschriebenen Gemälde bereichert, das die „Beschneidung des Herren“ darstellte. Während der venezianischen Epoche (1404-1797) war sie jedes Jahr, am 25. April, dem Fest des Sankt Marcus, dem Schutzheiligen der Notare, Ziel einer feierlichen Prozession, an der die Notare, das Volk, der Klerus und der Podestà (der Bürgermeister) selbst teilnahmen. Die Zeremonie endete mit einer Messe in der Pfarrkirche S. Maria. Die Kirche verfiel in den letzten zwei Jahrhunderten und hörte schließlich auf, eine Kultstätte zu sein. In der Folge wurde sie auch als Kaserne und Materialdepot der städtischen Feuerwehr benutzt. Nach einer Restaurierung von 1988 bis 1995 dient sie jetzt der Stadt als Mehrzwecksaal.

15. Mauern und Stadttore

Der Bau des Mauerringes (etwa 1700–1800 Meter), der in harmonischer Einheit den Pausolino-Hügel und die darunter liegende Ebene umschließt, begann am 1. März 1372 zur Zeit von Cansignorio della Scala (1359–1375). Die Mauern, alle von Zinnen gekrönt und mit Wehrgang, sind von 24 kleinen Türmen unterbrochen, in drei von denen sich die drei festen Stadttore von Marostica befinden, die Porta Vicentina, Bassanese und Breganzina, die jeweils nach Süden, nach Osten und nach Westen gerichtet und alle mit einem geschlossenen Vorwerk, einem Ravelin, versehen sind. Ein anderes Stadttor, im Norden und nach Sonnenuntergang gerichtet, wurde im letzten östlichen Abschnitt der Ringmauer eingebaut und gibt der Straße Zugang, die direkt zum richtigen Eingang der Oberen Burg führt. Ein Graben und Zugbrücken an den Toren verstärkten weiterhin die Verteidigungsstruktur von Marostica, Vorposten der Skaliger an der Grenze zu Bassano, das damals den Carraresi gehörte, den Herren von Padua. Nach der Überlieferung von Marin Sanudo, einem venezianischen Autor des 15. Jahrhunderts, bedingte der Aufbau der Mauern eine Arbeit von drei Jahren und wurde 1375 abgeschlossen.

16. Bernardino Frescura

Der leidenschaftliche Gelehrte Bernardino Frescura, geboren 1868 in Marostica und gestorben am 11. August 1925 in Padua, Schüler an der Universität Padua des großen Giovanni Marinelli, folgte dem Meister auch nach Florenz, wo er seine wissenschaftliche Ausbildung abschloss. 1895 wurde er Dozent für Geografie am Regio Istituto Tecnico in Genua und drei Jahre später bekam er den Lehrauftrag für Wirtschaftsgeografie an der Scuola Superiore di Commercio. 1901 wurde er freier Dozent an der Königlichen Universität Genua, wozu später noch der Lehrstuhl für Geografie an der Bocconi-Universität kam. Seine vielseitige Forschertätigkeit erstreckte sich auf verschiedene Gebiete.
Tatsächlich bewegte er sich in wenigen Jahren mit großem Geschick zwischen seiner Tätigkeit als Geograf einerseits, mit seinen Studien über die Hochebene der Sette Comuni, den Fluss Brenta, die Volkstraditionen und Gebräuche im Territorium von Vicenza, durch seine Augen und seine Kultur gesehen, und andererseits mit der Kolonialisierung, den Problemen der Grenzen Italiens nach dem 1. Weltkrieg, bis hin zu den großen Migrationsproblemen, wobei er besonderen Eifer für die Emigranten bewies, auch mit der Veröffentlichung zahlreicher Führer für die von den meisten als Ziel gewählten Länder. Es ist bekannt, dass Millionen Menschen aus Venetien in jenen Jahren ihr Land verließen, um der Armut zu entgehen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Eben diesen Emigranten hat Frescura, der dem großen Publikum kaum bekannt, doch sehr geschätzt bei den Fachleuten und Gelehrten war, durch die Analyse der Migrationsbewegungen einen Großteil seines sozialpolitischen und kulturellen Engagements gewidmet. Die Probleme der Emigration führten ihn mehrmals nach Südamerika und in die Vereinigten Staaten, um vor Ort die Lebensbedingungen der Emigranten zu studieren. Zu diesem Thema organisierte er dann eine Ausstellung „Die Italiener im Ausland“, die im Rahmen der Internationalen Ausstellung in Mailand gezeigt wurde.
Als Experte für die italienischen Grenzen im Osten wird er am Ende des Ersten Weltkrieges von der italienischen Regierung berufen, die italienische Delegation zur Friedenskonferenz in Versailles, am 18. Januar 1919, zu begleiten, die vom Premierminister Vittorio Emanuele Orlando und vom Außenminister Sidney Sonnino geführt war. Seine Aufgabe war es, das Anrecht Italiens auf die Landstriche zu erläutern, die im Londoner Pakt vom26. April 1915 versprochen worden waren. Ein bedeutender Auftrag, den er mit Eifer und Energie erfüllte und zu dem er später einen Essay veröffentlichte, unter dem Titel Die Grenzen des neuen Italiens und das Problem der Adria , wo er seine feste Überzeugung ausdrückte, dass Italien „ein natürliches Recht“ hatte, seine strategischen und wirtschaftlichen Grenzen am Adriatischen Meer zu setzen.

17. Kirche und Konvent von St. Rochus

Seit 1410 ist in BorgoPanica eine St. Rochus geweihte Kapelle bezeugt, erbaut und unterhalten von der St. Rochus Bruderschaft. Die Dominikaner siedelten sich hier am Anfang des 16. Jahrhunderts an, erbauten den Klosterkomplex und erweiterten die Kapelle und bauten sie zu einer dreischiffigen Kirche um. Sie errichteten auch den Glockenturm, der weiteren baulichen Eingriffen unterworfen war, bis er die heutige ungewöhnliche Gestalt eines sich aus dem Kirchendach selbst erhebenden Glockenturms annahm. Von dem Kloster sind besonders die beiden Kreuzgänge interessant. Die Kirche besitzt in ihrem Inneren nicht weniger als sieben Altäre und von großem künstlerischem Wert sind die Antependien aus Alabastergips (Scagliola) von Natale Bianchini (1653–1729) und die Altäre des Hl. Dominicus und der des Schutzengels (oder der Tod des Hl. Josef) von Antonio Bianchi (17. Jh.). Die venezianische Regierung hob das Konvent 1770 auf und die Dominikaner verließen Marostica. Am 11. Mai 1771 wurde das Krankenhaus von Marostica von Borgo Giara in die Räume des Konvents umgesiedelt.

18. Das Marsfeld

Eine weite, baumbestandene Grünfläche in Dreiecksform, nord-östlich von der Porta Bassano. In venezianischer Zeit wurde dies der Ort für die Waffenübungen und die Paraden der „cernide“, der Territorialmilizen der Serenissima. Dokumentarische Quellen bezeugen, dass in der Vergangenheit dort eine Art Paliostattfand, ein Wettschießen, das eine große Menschenmenge anzog. Es war immer und ist noch heute Ankunfts- , Halte- und Ausgangspunkt für die Transhumanz zur und von der Hochebene der Sette Comuni. Aus Anlass der Messe des Hl. Simeon gibt es eine wichtige Rinderausstellung.

19. Prospero Alpini (1553 – 1616)

Propero Alpini, bedeutender Arzt und Botaniker, wurde am 23. November 1553 in Marostica geboren. Seiner Heimatstadt blieb er immer liebevoll verbunden und betrachtete den Übernamen „marosticensis“ als eine Ehre. Nach der Promotion, 1578, an der Fakultät der Philosophen und Ärzte, in Padua, begann er seine berufliche Tätigkeit als Arzt in dem Städtchen Camposampiero. Professor für Medizin an der Universität Padua, Autor von Schriften über Medizin und Botanik, wurde er 1604 zum Direktor des Botanischen Gartens dieser Universität ernannt, wo er eine grundlegende Rolle besonders bei der Verbreitung und beim Anbau vieler exotischer Arten hatte: Unter seiner Leitung wurde der Garten ein wichtiges Zentrum für Studien und Forschungen. Alpini führte nämlich mit vielen italienischen und ausländischen Gelehrten Korrespondenz, mit denen er Pflanzen und Samen tauschte. Seine Forschungen auf dem Gebiet der Botanik waren immer auf die Kenntnis der pharmakologischen Eigenschaften ausgerichtet und hatten mögliche therapeutische Anwendungen als Endzweck. Aufmerksamer Beobachter der Naturerscheinungen, war er ein Vorläufer der Idee einer geschlechtlichen Fortpflanzung bei den Pflanzen, mit seinen Beobachtungen (1592) über die Befruchtung der weiblichen Dattelpalme durch den „Staub“ der männlichen Blüten. An seinen Namen erinnert noch heute der Name der Gattung Alpinia.
Prospero Alpini ist noch heute international bekannt, nicht nur für seine in der Geschichte der Medizin und der Botanik bedeutsamen Studien, sondern auch für seinen Beitrag zum Bekanntwerden, in der Republik Venedig und dann in Europa, eines besonderen Getränks, das noch heute unsere Pausen erheitert: der Kaffee. In den Jahren zwischen 1580 und 1584 hatte er nämlich Gelegenheit, den venezianischen Konsul Giorgio Emo nach Ägypten zu begleiten. Dies war eine einzigartige Gelegenheit: Alpini konnte die Pflanzenarten von Kreta und Ägypten klassifizieren. Er studierte mit großem Interesse und Aufmerksamkeit die ägyptische Medizin, aus der er zahlreiche, für seinen Beruf und seine Forschungen nützliche Belehrungen gewann. Seine Beobachtungen sind in zahlreichen Werken enthalten, einige davon posthum, De medicina Aegyptorum (1591), De plantis Aegypti (1592), De plantis exoticis (1629) und Rerum Aegyptiarum libri IV (1735). Dans le De plantis Aegypti (1592) (1735). In De plantis Aegyptibeschrieb und schilderte er zum ersten Mal die Kaffeepflanze (Coffea arabica L.) ) und unterstrich die therapeutischen Anwendungen des aus den gerösteten Samen gewonnenen Getränks. In der Medizin der Ägypter beschrieb er die Herkunft der Kaffeepflanze, die Zubereitung des Absuds und die Pathologien, bei denen er Anwendung fand. Nach seiner Heimkehr trug er dazu bei, den Gebrauch der Coffea Arabica zu verbreiten, und es ist kein Zufall, wenn die ersten Läden zum Verkauf der Kaffeebohnen und des Getränks selbst in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts gerade in Venedig eröffnet wurden. An das Erlebnis der Reise nach Ägypten erinnert ein Exvoto der Madonna mit dem Jesuskind, ein kostbares Hochrelief aus der Schule des Sansovino, das Alpini der Pfarrkirche S. Maria Assunta von Marostica stiftete, in der es heute noch aufbewahrt wird (linkes Seitenschiff).
Er starb in Padua am 16. November 1616. In seinem Testament wünschte er, in der Basilika des Hl. Antonius begraben zu werden. Von ihm gibt es ein Jugendportrait, ausgeführt 1584 von Leandro dal Ponte, dem Sohn des Jacopo, das heute in er Staatsgalerie von Stuttgart hängt.

20. Die Pfarrkirche Santa Maria

Sie ist das älteste Zeugnis des christlichen Glaubens in Marostica. Taufkirche für die ganze Gegend, geht sie mit aller Wahrscheinlichkeit auf das 8. Jahrhundert zurück und wurde die Pfarrkirche des ersten Ansiedlungskerns von Marostica (der Ortsteil Pieve-Giara) am Fuß des Pauso, ein schon im Altertum, in römischer und vor-römischer Epoche von Menschen frequentierter Ort. Ausstrahlungszentrum der evangelischen Botschaft, wurde sie im 13. Jahrhundert Erzpriesterliche Kirche, von der zahlreiche, über das Territorium verstreute Filialkirchen abhingen. Nach einer ersten Erweiterung um 1450 wurde sie in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts Gegenstand eines radikalen Umbaus und einer neuen Erweiterung (eine Inschrift im Inneren zeigt den genauen Punkt, bis zu dem die alte Kirche reichte, und den Anfang des Neubaus) dank dem unternehmungslustigen don Gaspare Ghirardelli. 1710 wurde sie geweiht. Durch diese Erneuerung erhielt sie ihre heutige Gestalt mit Barockfassade. Von großem künstlerischem Interesse sind die drei Türen mit Bronzekassetten, die aus den Jahren 1979–1985 stammen und Episoden aus der Bibel und dem Leben Jesu erzählen und Werk des Marosticaner Künstlers Gigi Carron (1926–2006) sind. Der 1711 errichtete Glockenturm wurde mit einer wertvollen Sonnenuhr und einer Turmuhr geschmückt, die auf das Jahr 1727 zurückgeht und von der Meisterhand des Bartolomeo Ferracina stammt.

21. Die Pfarrkirche Santa Maria, Innenraum

Die drei Schiffe gehen auf den Umbau am Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Im Innenraum besitzt die Kirche nicht weniger als acht Altäre. Der barocke Hochaltar aus der Schule des Marinali (17. Jahrhundert) war nach G. B. Verri einstmals mit einem Bild von Alessandro Maganza geschmückt, das nun durch eine Kopie der Assunta von Tizian des Malers Giuseppe Fortunato Centazzo (19. Jh.) ersetzt ist. Von großem Interesse ist, immer in der Apsis, das Bild von Andrea Celesti (1637–ca. 1711), das Das Opfer des Melchisedech darstellt. Von wertvoller Ausführung sind auch die Antipendien der Altäre der Addolorata und der Madonna von Lourdes. In den drei Abteilungen der Decke sind die Fresken von Bartolomeo Dusi (1833 – 1904), der auch Autor der Verklärung Christi im Gewölbe der Apsis ist. Von Pietro Menegatti (1809 – 1848) ist das Bild Christus im Garten und von dem Klosterbruder Felice Cignaroli die Taufe Christi. Einstmals an der Außenseite der Kirche (Nordseite), jetzt an der Nordwand des linken Seitenschiffs aufgestellt, ist das Marmorrelief mit der Darstellung der Madonna mit Jesuskind aus der Schule des Sansovino, ein Exvoto, gestiftet von Prospero Alpini (1553–1616) aus Dankbarkeit für seine Rückkehr von der Reise nach Ägypten.

22. Kirche und Kloster des Hl. Gotthard

Der Klosterkomplex St. Gotthard geht auf das Jahr 1470 zurück. Die Kirche und das Kloster wurden Jahrhunderte lang von den Augustinernonnen geführt, bis zur Aufhebung des Ordens in napoleonischer Zeit, und genau im Jahr 1810. Die heutigen Zeugnisse des Klosterkomplexes beschränken sich auf einige Reste: V on dem Kloster erkennt man einige Spuren, die aus einem bescheidenen Teil eines Gebäudes (heute Privathaus) bestehen und dem anliegenden Kirchlein (heute ein Büro).

23. Konvent und Kirche der Heiligen Fabian und Sebastian

Am östlichen Abhang des Pauso erhebt sich über Bocca di Valle der Ruinenkomplex der Kirche und des Konvents der Hl. Fabian und Sebastian. An dieser Stelle wurden zuerst die Benediktiner ansässig, wie 1259 dokumentiert. Später gab es hier eine Neugründung durch die Minoriten Observanten um 1483–1486. Die Kirche wurde 1494 geweiht. Der Komplex war anfangs von bescheidenen Ausmaßen. Später wurde er erweitert: Auf die Jahre 1640–1645 gehen die beiden Kreuzgänge mit Kreuzgewölbe zurück. Der Südflügel und die Kirche wurden erweitert und der Glockenturm aufgestockt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die zweischiffige Kirche gegen Norden durch eine weitere Kapelle erweitert und hatte nun nicht weniger als acht Altäre. Nach der napoleonischen Aufhebung des Konvents (1810) begann der fortschreitende Verfall der Kirche (von ihr bleiben uns einige Reste der Apsis mit Spitzbogen), der Kreuzgänge und des Glockenturms, der 1936 nach einem Blitzeinschlag einstürzte. Es verfielen ebenso zahlreiche Kunstwerke (darunter die von Jacopo da Ponte (1510 ca.- 1592), genannt „il Bassano“, und von Felice Cignaroli), die einstmals den Klosterkomplex schmückten; es bleiben Reste von Fresken in den Lünetten unter dem Bogengang der beiden übrig gebliebenen Seiten des Kreuzganges, die Episoden aus der Bibel und dem Leben des Hl. Franziskus darstellen.

24. Das Kino-Theater Politeama

25. Die Fabrik

Die 1910 von der Firma Pietro Chiurato gebaute und zum Kulturerbe der Industriearchäologie von Vicenza gehörende Fabrik war eine der dreißig in Marostica arbeitenden Strohhut-Fabriken und ist heute das einzige erhaltene Gebäude, das von einer wichtigen Epoche der Geschichte von Marostica Zeugnis gibt.
Die Herstellung der Strohtressen für die Hutfabriken bildete am Ende des neunzehnten Jahrhunderts einen der wichtigsten Wirtschaftszweige der ländlichen Gebiete nördlich von Vicenza, zwischen den Gemeinden Breganze, Marostica, Lusina und Conco. In dieser Zeit stieg die Nachfrage nach Hüten stark an und führte zu einer Vermehrung der Arbeitskräfte in jeder Fase der Produktion: von der Aussaat des Getreides, um die Strohhalme zu erhalten, bis zur Auswahl nach Halmstärke, vom Flechten zum Färben und bis zur Endherstellung. Eine Untersuchung von 1885 zeigt, dass im Gebiet nördlich von Vicenza etwa 15.000 Personen mit der Bearbeitung des Strohes beschäftigt waren.
Es waren Frauen und Kinder aus sehr ärmlichen Verhältnissen, die das Stroh flochten. Die Zöpfe, auf dem Dienstagmarkt in Marostica oder direkt den Ankäufern verkauft, die von Haus zu Haus gingen, wurden in den Fabriken genäht, die sich innerhalb der Mauern in Borgo Panica und Giara, im Ortsteil Vallonara, befanden. In Marostica wurde die Hutproduktion gleichbedeutend mit der Stadt selbst, mit einem Export von über einer Million Stück pro Jahr nach ganz Europa und in die Vereinigten Staaten.
Um 1940 schlossen viele Fabriken aus verschiedenen Gründen: der Erste Weltkrieg, die Wirtschaftskrise von 1929, die Konkurrenz chinesischer und japanischer Produkte, die Änderung der Mode. Es wurde zwar weiter produziert, doch in weit geringerem Umfang, bis 1970.

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